Sonntag, 11. Juni 2017

Wahnsinn oder Wahrheit? Schafitel: Augsburger Theater-Umbau könnte 850 Millionen kosten, statt nur 200

Beim Augsburger Theater wird gebaut. Geklotzt und nicht gekleckert.

Augsburgs Bauherren sind immer für Überraschungen gut: Schönes Beispiel ist das Eisstadion.
Wir hoffen, dass beim umgebauten Theater dann noch die Bühne sichtbar ist.

Das Theater ist uns lieb und teuer, was geht uns die Wohnungsnot an?

Mit einer riesigen Zahl will Augsburgs Bau-Experte und -Kritiker, der Architekt Volker Schafitel, die Stadtregierung grausam aus der Sommer-Lethargie reißen.

Er behauptet nun, dass der Augsburger Theater-Umbau um 600 Millionen Euro mehr kosten könnte, als bisher geplant. Also 800 Millionen Euro statt 200 Millionen. Kocht den Verantwortlichen deswegen schon das Arschwasser und haben sie darum die teuren Controller für die Baukosten beim Theater eingesetzt, weil sie die kommende Finanzkatatstrophe ahnen?



Wenn das stimmen würde, hätte die Stadt ein größeres Problem, da der Freistaat Bayern nur 100 Millionen der Kosten übernehmen will. Augsburg säße dann auf 750 Millionen Schulden. Die Stadt wäre damit kaputt, am Boden, die Pleite. Das wäre für Dr. Kurt Gribl der grausamste Abgang als Oberbürgermeister, den man sich vorstellen kann. Sein von einigen Medien mühsam aufgebautes Superman-Image wäre damit total futsch.

Der Herr mit dem markanten Schnauzer unter der Nase bezahlte einen Umbau des Augsburger Theaters aus seiner privaten Schatulle. Wo sind heutzutage die großen Theatersponsoren?


Aber nicht nur wir, sondern ganz Augsburg weiß ja, dass Herr Schafitel, der ehemalige Verkehrsberater von Dr. Kurt Gribl, zwar meistens Recht hat, aber keiner auf ihn hört. Gribl soll Schafitel einst den Laufpass gegeben haben, als es um das Tunnel unterm Königsplatz ging. Gribl wollte zuerst mit Schafitel das Tunnel, dann nicht mehr, im Gegensatz zu Schafitel.

Hallo, Augsburger Stadtrat: Du kannst also weiter in der Sonnenliege in deinem Schreibergarten flaggen bleiben. Was sind schon 700 Millionen Schulden? Zahlen ja nicht die Stadträte, oder?

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850 Milionen Kosten durch die Bruttogrundrissfläche ermittelt
Interview mit Volker Schafitel zu den irren Kosten beim Theaterumbau


Volker Schaftitel schockt den Augsburger Stadtrat mit einer 850 Millionen-Kosten-Kalkulation fürs Augsburger Stadttheater.


ASZ-Frage: Herr Schafitel wie kommen Sie denn auf die brutale Zahl von 850 Millionen Euro Baukosten für den Umbau beim Augsburger Stadttheater, statt den bisher kalkulierten 200 Millionen?

Schafitel: Beim Umbau der der Frankfurter Oper hat das Hamburger Büro PFP, Architekt Friedrich, welches auch das erste Gutachten für die Sanierung des Augsburger Theaters im Jahr 2009 erarbeitet hat, die Kosten durch die Bruttogrundrissfläche ermittelt.

ASZ-Frage: Ja und, was geht uns die Frankfurter Oper an?

Schafitel: Einiges. Wir, die Freien Wähler in Augsburg, haben OB Dr. Kurt Grbil deswegen um eine um kurzfristige Zusendung der, den Kalkulationen zu Grunde liegenden Bruttogrundrissflächen und Rauminhalte für Bauteile 1 und Bauteil 2 gebeten.

ASZ: Interessant - und was soll uns das sagen?

Schafitel: Aus einer Unterlage des Theaters Augsburg aus dem Jahr 2015 geht hervor, dass Bauteil 1 (Sanierung großes Haus) eine Bruttogrundrissfläche von ca 23.000 m2 hat und Bauteil 2, neues Haus usw., eine Bruttogrundrissfläche von 29.000 m2. Zusammen wären das ziemlich genau 52.000 m2 Bruttogrundrissfläche. Das Büro PFP hat in Frankfurt bei einer Grundrissfläche von eben diesen 52.000 m2 Kosten von ca. 850Mio Euro errechnet.

ASZ: Danke, jetzt schmeckt uns das Frühstück nicht mehr!



"Dann gehts jedes Jahr 50 Millionen nach oben"
Stadttheater Augsburg: Das schwarze Schuldenloch.

Der Augsburger Bau-Experte Werner Gillmann sieht düster in die Theaterbau-Kosten-Zukunft:


"500 Millionen Euro Gesamtkosten werden es auf jeden Fall. Der Baupreis zieht zur Zeit um 40 % zu den vergangenen Jahren an. Der merklische Kostenbonus ist jetzt schon wie Schnee seit Januar weggeschmolzen. Ich denke am Ende vom Jahr 2017 werden die 250 Mio überschritten. Danach gehts es jedes Jahr um 50 Mio in der Kostenschätzung nach oben. Am Ende hüpft der Merkle im Rathaus umher und erzählt das Märchen vom jährlichen Kostenindex."